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By Sabine Ebert

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Er versuchte, der Fremden Hände und Arme zu reiben, doch das schien alles noch schlimmer zu machen. Schließlich nahm er ihre krampfhaft zuckenden Hände zwischen seine. »Ruhig, nur ruhig. « Erst als der Schmerz anscheinend nachließ und die hektisch flatternden Bewegungen aufhörten, wagte er, ihr etwas zu trinken einzuflößen. Herrmann allerdings fand, nun sei es genug der Rücksichtnahme. «, fragte er ungeduldig. « Die Fremde blickte erneut irritiert um sich, dann hakte sich ihr Blick an Herrmann fest.

Die zugeschneiten Gräben um die Mauer konnten nicht geflutet werden, die neun Teiche, die wie eine Kette vor dem Teil der Stadtmauer angelegt worden waren, hinter dem sich die Burg befand, waren zugefroren, so dass die Angreifer jetzt nur noch den Graben und die Mauer zu überwinden hatten. Gerüchten zufolge sollte der König zehntausend Männer hierherführen, die von allen gefürchteten Söldner vom Rhein. Das waren doppelt so viele, wie Freiberg Bewohner zählte, selbst wenn man die Bergleute und die Juden hinzurechnete, die vor den Stadtmauern lebten.

Diesem König konnte und wollte er nicht trauen. Mochten dessen Anhänger ihn auch als gewandt, liebenswürdig und tapfer bezeichnen – in seinen Augen verkörperte Adolf von Nassau alles, was ein König nicht sein sollte: Er war ehrlos, gierig und gnadenlos gegenüber seinen Vasallen, seinem eigenen Volk. Und da er im Meißner Markgrafen unter allen Wettinern denjenigen sah, der ihm am ehesten gefährlich werden konnte, war er entschlossen, ihn völlig zu entmachten. Der Schlüssel dazu war Freiberg – die Silberstadt, deren Reichtum legendär war; so unermesslich, dass die Freiberger sogar das Portal ihrer größten Kirche vergolden ließen.

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